
Ich wurde 1976 geboren, lebe und arbeite in der Region Baden AG, bin verheiratet und habe zwei Söhne. 2018 erhielt ich die Diagnose Young-Onset-Parkinson und meine Welt stand plötzlich still. Nach dem ersten Schock suchte ich meine persönlichen Kraftquellen und entdeckte das Zeichnen und Malen wieder. Ich war schon immer gerne kreativ unterwegs und besuchte vor meiner Ausbildung zur Logopädin das gestalterische Propädeutikum an der Kunsthochschule Zürich. Danach haben Studium, Familie und Arbeit mein Leben für zwei Jahrzehnte ausgefüllt und das Malen geriet in den Hintergrund.
Heute hat das Kreativsein in meinem Leben einen festen Platz. Dabei steht für mich der Prozess des Malens und das Eintauchen in die Aktion im Vordergrund. Ich frage mich: Worauf habe ich heute Lust? Was möchte ich noch ausprobieren? Acryl oder Aquarell, analog oder digital, Pinsel oder Stift? Ich wechsle ständig und begeistert meine Materialien, Farben und Techniken und bin mitten in einer Entdeckungs- und Findungsphase. Dadurch wird Malen für mich zum Abenteuer, es lässt mich die Zeit vergessen und die Umgebung intensiv und detailreich wahrnehmen. Die Symptome der Krankheit geraten dann in den Hintergrund und die positiven Gefühle tun einfach gut.
Parkinson ist eine unberechenbare Krankheit, die einem vieles im Leben nimmt. Sie kann aber auch neue Perspektiven schaffen, wenn man offen dafür ist. Ich versuche meinen Fokus stets auf das Positive im Leben zu richten. Die Erkrankung liess mich meine kreative Seite wieder neu entdecken und ich habe meinen Weg mit ihr gefunden – ich bin gespannt, wohin er mich führt.